das projekt

Ohne Beschreibung

Das Konzept

Welche Ideen stehen hinter dem Projekt express yourself?
Hier ein Auszug aus dem Konzept und
Projektträger und Kooperationspartner

 1. Auszug aus dem Konzept (von 2006)

Verschiedenen Jugendszenen in unserer Stadt haben jeweils ihre eigene Ästhetik, ihren spezifischen kulturellen Ausdruck. Die Skater haben ihren eigenen Bewegungsstil, ihre Art zu kommunizieren, finden ihre Musik, ihren Kleidungsstil, ihren Habitus. Die Punk-Szene unterscheidet sich nicht nur äußerlich, sondern auch in ihrer Musik, in ihren Umgangsformen von den HipHopern oder von Jugendlichen aus einem Sportverein oder einer Kirchengemeinde. Jugendliche aus verschiedenen Kulturen, migrierte Jugendliche verschiedener Ethnien bringen wiederum eine spezifische Tanz-, Musik- und Bewegungskultur mit.

Es gibt Mischungen, crossovers, Kombinationen - kurzfristig oder von Dauer. Jugendliche orientieren sich mit weitreichenden Konsequenzen auf eine von diesen Kulturen, ihre Cliquen- oder Lifestyleentscheidung prägt nicht nur den Musikgeschmack, sondern auch Freundschaften, prägt das Zusammenleben in der Gruppe. Und die Jugendszenen wirken zurück auf die Gesellschaft, auf das Zusammenleben in unserer Stadt. Diese Jugendkulturen sind ein Reichtum unserer Stadt, den wir zu zeigen versuchen.

Jugendliche sind auch Produzenten von Kultur.  Sie produzieren Ausdrucksformen, die nicht immer nur mit den Formen „klassischer Kultur“ zu fassen sind. Sie spielen glücklicherweise in Jugendmusikorchestern und Schultheatergruppen, aber nicht nur - sie (er)finden auch ihre eigenen, neuen Formen.

Jugendszenen und -gruppen haben oft eine eigene Kultur entwickelt, die sich in Sprachcodes, Umgangsformen, Musik- und Kleidungsstilen ausdrückt. Oft sind diese "Brutstätten" aber in-groups, die die Außenwelt als feindlich, zumindest desinteressiert empfinden. Die dort entwickelten Ausdrucksformen auch nach außen hin sichtbar zu machen - ohne sie zu kolonialisieren - , einen Austausch zu ermöglichen, entspricht dem Ansatz des Projektes.

Die Grundidee setzt hier an:

Jugendliche dieser Kulturen, aus vielen verschiedenen Gruppen, erhalten mit dem Projekt „express yourselff“ in einer halbjährigen Vorlaufphase in ihren Gruppen die Möglichkeit, mit einer Künstlerin, einem Künstler einen exemplarischen, symbolischen Ausdruck ihrer Gruppe und Kultur in ihrer „Sprache“ kulturell/künstlerisch zu entwickeln. Die beteiligten Gruppen kreieren mit der Künstlerin oder dem Künstler ein Symbol, eines oder mehrere Produkte, das oder die für ihre Gruppe oder auch für sie persönlich steht oder stehen. Bei der Entwicklung ihrer Idee mit kreativen Mitteln können sie sich selbst in einer anderen Rolle erleben, sie entdecken neue Seiten, kreative Potentiale an sich. Und sie haben die Möglichkeit und vielleicht Spaß, sich als Gruppe mit ihrer Kultur zu zeigen und sich zu präsentieren. Jugend schafft Kunst!

Der Unterschied zu anderen Projekten, die eine Zusammenarbeit von Jugendlichen und Künstlerinnen und Künstlern fördern, ist, dass hier kein Kurs veranstaltet wird, um Einzelnen etwas zu vermitteln, sondern dass nach Gruppen gesucht wird, die über sich als Gruppe und an sich arbeiten wollen. Gesucht werden Jugendgruppen, die bereits eine gewisse kulturelle Identität mitbringen und Lust haben nach einem künstlerischen Ausdruck ihrer Szene oder Clique zu suchen oder dazu etwas zu produzieren. Und gesucht werden Künstlerinnen und Künstler, die Lust haben, in einen Dialog mit Jugendkulturen zu treten.

Die Arbeit an dem künstlerischen Produkt kann sich beziehen auf Tanz, Gesang, Fotografie, Theater, Kompositionen für die Jugend-Band, Malerei - es sind keine künstlerischen oder formellen Grenzen gesetzt. Es bieten sich vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten für Jugendliche. Die Künstlerinnen und Künstler werden gewonnen aus Kultureinrichtungen, aus freien Gruppen, von der Hochschule und aus dem Projekt finanziert, soweit es erforderlich und finanzierbar ist.

Das Projekt beinhaltet die Kooperation von Künstlerinnen und Künstlern mit Jugendgruppen einerseits und die Durchführung eines Jugendfestes, einer Performance, einer gemeinsamen öffentlichen Präsentation andererseits. Die Form der Präsentation wird im Laufe des Projektes spezifiziert.

2.    Projektträger und Kooperationspartner

Die Projektidee ist entstanden in Bezug auf die Kooperationsrunde Jugendarbeit, in der seit mehr als 10 Jahren auf Einladung des Ortsamtes Mitte/Östliche Vorstadt, des Sozialzentrums Mitte und des Landesinstituts für Schule/Gesundheit und Suchtprävention ca. 25 Gruppen, Institutionen und Träger der Jugendarbeit zusammenarbeiten.

Die Trägerschaft für das Projekt hatte zunächst die Weserterrassen-Stiftung in Zusammenarbeit mit Schulen und Jugendeinrichtungen im Stadtteil übernommen. Im Jahr 2008 findet express yourself statt im Rahmen des Bundesmodellprojekts Lernende Stadt. Träger des Projektes sind gemeinsam verschiedene Schulen und Jugendeinrichtungen, das Kulturzentrum Lagerhaus,eine Reihe weiterer Träger und die Kunsthalle Bremen.
Verschiedene Jugendszenen und-cliquen bringen sich im Stadtteil unterschiedlich ein und verändern sein Gesicht. Im Rahmen des Modellprojekts erörtern die Beteiligten u.a. die Frage, ob und wie außerschulisches Engagement bildet. Welche Möglichkeiten kann außerschulisches Jugendengagement für den Lernprozess in der Schule darstellen.

Die Weserterrassen-Stiftung ist seit ihrer Gründung im Jahr 1999 Förderin von Jugendarbeit in den Stadtteilen Mitte und Östliche Vorstadt - so wie es der private Stifter festgelegt hat. Große Resonanz findet der jährlich vergebene "Förderpreis für beispielhafte Kinder- und Jugendarbeit", über den bereits 15 Projekte mit mehr als 50.000 € gefördert wurden. Die Stiftung kooperiert dabei mit Sponsoren wie dem SV Werder Bremen, der Sparkasse und den Beiräten Mitte und Östliche Vorstadt.